Facebook
LinkedIn
XING

Vergaberechtsreform 2026: Hürth macht es vor — Information statt Bürokratie

Auf Initiative der Wirtschaftsförderung der Stadt Hürth und des Arbeitskreises Wirtschaft Hürth (AWH) fand am 10. Juni 2026 eine gut besuchte Informationsveranstaltung zum hochaktuellen Thema Vergaberechtsreform 2026 statt. Gastgeberin war die WIR gGmbH, deren Geschäftsführerin Birgit Hummel gleichzeitig auch als Geschäftsführerin des AWH fungiert und die Veranstaltung in den eigenen Räumlichkeiten ermöglichte.

Mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Handwerk, Dienstleistung und weiteren Branchen folgten der Einladung. Neben AWH und Wirtschaftsförderung hatte auch die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft unter Beteiligung von Peter Ropertz zur Veranstaltung eingeladen und damit die hohe Relevanz des Themas für die regionale Wirtschaft unterstrichen.

In ihrer Begrüßung machte Birgit Hummel deutlich, warum die Vergaberechtsreform auf großes Interesse stößt. Viele Unternehmen seien in der Vergangenheit durch übermäßig umfangreiche und teilweise fehlerhafte Leistungsverzeichnisse sowie unverhältnismäßige Nachweis- und Dokumentationspflichten belastet worden. Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, kommunale Leistungen dort, wo der Markt sie effizient und wirtschaftlich erbringen kann, konsequent auszuschreiben. Dies stärke nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern ermögliche es der öffentlichen Hand auch, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Wettbewerb sorge dabei für Transparenz, Wirtschaftlichkeit und Innovation. Als Beispiel nannte sie die Grünpflege, für die in der Region leistungsfähige und erfahrene Unternehmen zur Verfügung stehen.

Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend ein Fachvortrag von Guido Scheufgen, Leiter des Vergabeamtes der Stadt Hürth. Mit großer Sachkenntnis und anschaulicher Klarheit erläuterte er, was die Reform des § 75a GO NRW seit dem 1. Januar 2026 für kommunale Vergaben im Unterschwellenbereich bedeutet. Statt starrer Formularpflichten und aufwendiger Vergabehandbücher tritt nun ein flexibles, praxisorientiertes System – vergleichbar einem „Werkzeugkoffer“, aus dem je nach Einzelfall das passende Instrument gewählt wird (Präsentation zum download)

Was Hürth dabei besonders auszeichnet: Als eine von wenigen Kommunen in Nordrhein-Westfalen schöpft die Stadt die durch die Reform eröffneten Möglichkeiten vollständig und konsequent aus – ohne einschränkende Satzungsbeschlüsse, die andernorts die neuen Spielräume bereits wieder einengen. Direktaufträge sind künftig unkompliziert möglich, regionale Unternehmen können bevorzugt berücksichtigt werden, Angebotsunterlagen dürfen nachgereicht und nachverhandelt werden, und der Austausch per E-Mail ist standardmäßig zulässig. Guido Scheufgen brachte die Haltung der Stadt auf den Punkt, die dem Geist der Reform entspricht: Machen statt Formulare ausfüllen.

Die Botschaft kam an. Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Guido Scheufgen den Fragen des Publikums – und das Auditorium nutzte diese Möglichkeit intensiv. Am Ende der Veranstaltung herrschte rundum Zufriedenheit: Die Teilnehmenden gingen mit klaren, verwertbaren Antworten nach Hause.

Der AWH spricht an dieser Stelle ein ausdrückliches Lob an die Stadt Hürth aus: Mit dem konsequenten Hürther Weg bei der Vergaberechtsreform stellt sich die Stadt klar auf die Seite von Bürokratieabbau, wirtschaftlicher Vernunft und einer stärkeren Einbindung regionaler Unternehmen. Das ist keine Selbstverständlichkeit – und genau deshalb verdient es Anerkennung.

Im Bild v.l.: Peter Ropertz, Guido Scheufgen und Birgit Hummel