Digitalisierung lässt sich gut beschreiben. Aber verstanden wird sie im Gespräch – und entschieden wird sie im direkten Austausch. Das zeigte das Digi-Café des Arbeitskreises Wirtschaft Hürth am frühen Morgen des 27. März einmal mehr auf anschauliche Weise. Moderator Guido Mumm blickte in alles andere als in müde Gesichter.
Was dieses Format auszeichnet, war auch diesmal spürbar: Nicht Theorie steht im Vordergrund, sondern gelebte Praxis. Unternehmerinnen und Unternehmer berichteten offen über ihre Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz und Social Media – manche bereits mit konkreten Anwendungen, andere ehrlich über die Stellen, an denen sie noch am Anfang stehen. Genau diese Offenheit macht den Unterschied und schafft das, was viele suchen, aber selten bekommen: echte Vernetzung mit Substanz.
Diskutiert wurde die politisch aufgeladene Frage eines pauschalen Social-Media-Verbots für unter 14-Jährige. Die Runde war sich einig: Verbote lösen das Problem nicht. Was diese Generation braucht, ist Medienkompetenz – frühzeitig, praxisnah und als fester Bestandteil von Bildung. Wer Heranwachsende von Plattformen fernhält, ohne ihnen den Umgang damit beizubringen, bereitet sie weder auf den Arbeitsmarkt noch auf die digitale Gesellschaft vor.
Im Weiteren wurde es betrieblich konkret. Die Teilnehmenden analysierten, welche Social-Media-Kanäle sich für Recruiting und Kommunikation eignen – und warum die Wahl der Plattform von der Zielgruppe abhängt, nicht vom persönlichen Geschmack. Ebenso stand der Einsatz von KI auf dem Tisch: vom einfachen Chatbot bis zur telefonbasierten KI im Kundenkontakt. Der gemeinsame Nenner war eindeutig – Technologie kann unterstützen, aber nicht ersetzen. Wer seine Zielgruppe nicht kennt und den persönlichen Kontakt aufgibt, verliert den entscheidenden Vorteil.
Was bleibt: Aus den Gesprächen/Beiträgen entstanden unmittelbar Ideen, neue Kontakte und Impulse für künftige Formate. Genau davon lebt der AWH – miteinander, nicht nebeneinander.